MANEO/ AGNES - Umfrage zu antihomosexueller Gewalt in Brandenburg

(Katte e.V./ Maneo e.V.) Wir erfassen in Zusammenarbeit mit dem bundesweit agierenden Projekt MANEO schwulenfeindliche Fälle von Gewalt und Diskriminierung in Berlin und im Umland. Diese  werden regelmäßig ausgewertet und ziehen daraus Rückschlüsse für unsere Arbeit. Dadurch gelangen wir zu Informationen, die uns helfen, gewaltpräventive und emanzipatorische Arbeitsansätze weiter zu entwickeln.
Indem wir Umfang und Ausmaß von Gewalttaten aufzeigen, wollen wir auch die Öffentlichkeit auf die Dringlichkeit unseres Projektes aufmerksam machen. Damit suchen wir mehr Anerkennung und vor allem Unterstützung für unsere Arbeit.
Jedes Jahr stellen wir aufs Neue eine hohe Anzahl gegen Schwule gerichteter Gewalttaten fest. Deshalb besteht ein wichtiger Teil unserer Arbeit darin, die Ursachen von Gewalt zu erkennen und ihnen entgegen zu wirken. Über unsere Öffentlichkeitsarbeit geben wir unsere Erkenntnisse weiter, z.B. auf Informationsveranstaltungen oder in Form von Printmedien.
Wir wollen auf die anhaltende Gewalt und Diskriminierungen von homosexuellen Menschen aufmerksam machen, vor allem auch auf besondere Aspekte der gegen Schwule gerichteten Gewalt. Wir veröffentlichen regelmäßig Hinweise zu gewaltpräventivem Verhalten und suchen bei Vor-Ort-Aktionen den Kontakt zu den verschiedenen schwulen Szenebereichen.
Eine Analyse
  • 456 Fälle von Vorfällen antischwuler Gewalt sind dem MANEO - Projekt aus Brandenburg angezeigt worden. Der Polizei dagegen nur 159 Vorfälle. Dies ist nur die Hälfte wie im Bundesdurchschnitt.
  • Homosexuelle in Brandenburg werden im Vergleich zum Bundesdurchschnitt öfter angepöbelt, beleidigt und beschimpft.
  • Es werden deutlich mehr jugendliche Homosexuelle in Brandenburg angegriffen als Ältere. Dies ist ganz offensichtlich darauf zurückzuführen, das ältere Lesben und Schwule, weniger in der Öffentlichkeit sichtbar sind als junge Menschen. Die Angst vor dem Entdeckt werden tritt in der Gruppe älterer Homosexueller wesentlich deutlicher zu Tage. Der Versuch der Anpassung an heterosexuelle Normen ist hier offensichtlich Überlebensstrategie. Jugendliche die nicht der Norm ihres Umfeldes entsprechen sind angreifbar!
  • In Brandenburg gibt es doppelt so viele Täter mit rechtem Hintergrund als im Bundesdurchschnitt. Täter mit Migrationshintergrund sind dagegen nur halb so stark vertreten.
  • Lesben und Schwule "outen" sich wesentlich weniger in Ihrem Alltagsumfeld als im Bundesdurchschnitt. Es werden wesentlich mehr Lesben und Schwule angegriffen die offen homosexuell leben.
Hier die ausführlichen Umfrageergebnisse: pdf ergebnisse_brandenburg_2006_-_2007 07/10/2008,19:13 129.39 Kb